Dieser Hund wurde vermittelt von www.pro-canalba.eu

Mein 'jetziger' Name
Carlos

Mein Name im Tierheim
Grumpy

Rasse
Mischling

Das ist mein Hund und ich möchte gerne einen neuen Happy End Beitrag hinzufügen

Eintrag vom 05.07.2020
Gartenzeit!

Sommer! Und schon sind wir in der nächsten Jahreszeit angelangt... ist ja bei Oldies keine Selbstverständlichkeit...

Nachdem Ciccio (Carlos) im Frühling zur Höchstform aufgelaufen war, zeigt sich jetzt zunehmend das Alter. 2 Tage lang hatte er nun auch sein Futter verweigert, was ihn sehr schwächte. Der Beute-Fanatiker hatte sich einer Igelmama im Garten „gewidmet“ und sich wohl Stichwunden im Maul zugefügt, während die kleine Mutti unversehrt geblieben war. Mittlerweile ist der Appetit aber wieder da.

Abgesehen davon schienen ihn schon zu Beginn bei Schlechtwetter der alte Bruch und wohl auch Arthrosen zu plagen, und nun bereitet ihm auch das Aufstehen ab und zu Probleme. Wir hangeln uns also mittlerweile weniger von Etappenziel zu Etappenziel, sondern mehr von Schönwettertag zu Schönwettertag. wink Schlechtwettertage verschläft der alte Grumpy gerne fernab hündischer Gesellschaft.

Ansonsten strahlt Sommersprosse mit der Sonne um die Wette heartund genießt es, zwischen Garten und Haus zu pendeln. Allerdings zeigt er im Garten und Eingangsbereich stärker territoriale Tendenzen gegenüber den Kollegen. Die souveräne Hundedame setzt sich zwar kulant-konsequent darüber hinweg, aber wir werden mal die Entscheidungsbefugnisse neu sortieren müssen, bevor da Gröberes geschieht. wink Da sich das komplexbefreite HSH-Selbsbewusstsein, das Carlos durchaus hat, schlecht mit dem Stolz eines Malinois verträgt, sind die beiden Rüden nicht vergesellschaftet. Aber ein Plan B ist für Überraschungspakete immer vorhanden, und mit gut strukturierten Tagesabläufen klappt es, dass alle entsprechend ihren Bedürfnissen zum Zug kommen. Also alles gut soweit. smiley

Insgesamt sind die Dinge trotz allem deutlich einfacher geworden. Der lustige Italiener ist hier nun richtig heimisch, und wir ersetzen einen Teil der Spazierzeit durch Gartenzeit. Seinem kleinen Angsthund-Freund, der ein leidenschaftlicher Bewunderer des coolen Alten ist, waren Haudegens Megarunden sowieso ein bisschen zu lang. Wir bewegen uns also allmählich in Richtung chillin' Ciccio. smileyheart

 

Eintrag vom 12.05.2020
Der kleine Wildfang

Vor gut einem Vierteljahr (Wow, so kurz erst?) hat das Phänomen „Grumpy“ hier wie eine Granate eingeschlagen. devil

Und einmal mehr bin ich begeistert, was bei Hunden möglich ist, die eine gute Basis haben (-> die als Welpen im guten Maß mit Eindrücken konfrontiert wurden) und keine massiven Traumata erlitten haben. So hat sich Carlos tatsächlich zu dem psychisch gesunden Hund zurückentwickelt, der er vermutlich vor seiner Inhaftierung war – wie schön!

Die Verzweiflungsanfälle – Schreien, Kratzen, diese Drehung mit In-den-Hinterlauf-Beißen, oder dass er sich in seinen Stressmomenten regelrecht Löcher ins Fell biss – sind nun verschwunden. Glücklicherweise war dieses Verhalten noch nicht ausreichend gefestigt, und er verlässt sich jetzt darauf, dass sein Leben auch weiterhin so bleiben wird. Das bewirkt einfach viel. Die Treppe im Höllentempo runter zu stürmen und vor lauter Überdrüber zu stolpern fällt schon mehr unter „normaler Hund“ – Carlito eben… ungestüm bis dorthinaus... Nennen wir es ...„engagiert“. angel

Wenn ich zurückdenke, rechne ich es ihm hoch an, dass er sich – wenn auch zu seinem Wohl – in einem separaten Zimmer unterbringen ließ, damit wir uns im passenden Tempo zu unserem ersten und größten Etappenziel hanteln konnten: die „Domestizierung des italienischen Wirbelwinds“. wink Das alles war auch für ihn ein Kraftakt! Autofahren, Fremdbetreuung und alles, was über den Alltag hier hinausgeht, bleiben aber noch eine große Herausforderung.

Tja, der kleine Wildfang... Unbeschwert und fröhlich lebt der alte Haudegen nun im Wechsel zwischen Powermodus und Tiefschlaf…

Seine Power-Seite hat ihm auch den Namen „Tequila“ (Deckname für „The Killer“) beschert. Alles, was da draußen kreucht und fleucht (bis auf Menschen und Hunde), ist Beute. Herr Selbstversorger hat das Jagen wohl bis zur Perfektion geübt. Fremde Menschen und Hunde will er nicht direkt hier haben, wenn wir unterwegs sind, und von Tierärzten manipuliert zu werden gefällt ihm gar nicht. Alles, was zu uns gehört, ist aber ok, somit auch die Hunde hier, auch wenn er genauso gut auf sie verzichten könnte und ihnen trotz seines guten Sozialverhaltens mitunter recht grumpy begegnete.

Zum Medizinischen: Die aktuellen Tests haben recht erfreuliche Ergebnisse gebracht, Allopurinol steht aber weiterhin auf dem Programm.

Ja, Sommersprosse fühlt sich wohl… Fast könnte man jetzt doch das Präfix „pudel-“ davor setzen. wink Ich hoffe, dass ihm noch viel Zeit bleibt... Schön wär's... Sehr, sehr lieb ist er nämlich! heart

Eintrag vom 03.03.2020
Happy End

Aller guten Dinge sind drei, hier also ein abschließendes Update zur Anfangszeit.

Ich würde sagen, wir haben es geschafft. smiley Die „kulinarische Phase“ haben wir hinter uns gelassen, Carlos kommt nun klar und ist ein gutes Stück des Tages am Alltag beteiligt. Er zeigt es, wenn er seine Me-Time braucht, denn tief zu schlafen schafft er besser in seinem Zimmer. Dort finde ich aufgrund seiner Schwerhörigkeit beim „Abholen“ oft einen behaglich im Körbchen schlafenden Hund vor. heart

Carlito ist ein freundlicher, eigenständiger und unaufdringlicher Mitbewohner (nur beim Futterrichten steigt er mir gerne auf die Zehenwink), und Hundegesellschaft gefällt ihm. Jetzt, da sein „Stressfilter“ abnimmt, zeigt er sich zunehmend gelassen und souverän. Er muss seinen Bewegungsdrang stillen und braucht seine Streifzüge, um zufrieden, ausgeglichen und müde zu sein. Für diesen freiheitsliebenden Hund muss es seelisch schmerzhaft gewesen sein, in einer Zelle zu landen...

Nun hat er seinen (vermuteten) früheren Lebenswandel abgerufen, wäre gerne ganztags unterwegs, und so „streunen“ wir zweimal täglich durch die Landschaft – und das macht Spaß! Diese Freude bei Abenteuern im Freien habe ich seit dem Tod meiner 3 „Natur-Oldies“ vermisst. Mit den Einschränkungen „Mensch im Schlepptau“ und „keine Selbstbedienung in der Natur“ kann der trotz seiner nicht einmal 30 kg und seines Alters erstaunlich kräftige Hund mittlerweile leben. Dafür darf er, soweit möglich, Richtung und Tempo bestimmen.

Carlos hat nicht diese Dankbarkeit, die von Tierschutzhunden erwartet wird. Einem Hund ein Stück seiner Freiheit wiederzugeben und erleben zu dürfen, wie er diese genießt, ist jedoch der beste Dank, den man sich wünschen kann. heart

Ich hatte deutlich weniger Eigenständigkeit, Fitness und Bewegungsdrang  – und auch weniger Herdenschutzhund – erwartet. Der Tag ist lang und muss perfekt durchorganisiert sein, um alle(s) unter einen Hut zu bringen. Dennoch freue mich sehr, wieder einen Hund dieser Sorte hier zu haben. smiley

Eintrag vom 16.02.2020
Happy Cookin'

Nun ein etwas optimistischeres Update zu Carlos:

Der sommersprossige Italiener fühlt sich in dem etwas speziellen, „moderierten“ Rahmen schon wohler. Die Vorbereitungen für einen normalen Alltag laufen, und als Küchenlehrling erweist er sich als interessiert, um nicht zu sagen äußerst engagiert. Tja, ich habe mir da einen ziemlichen Bettler herangezüchtet! Aber solange er Fortschritte macht ... gerne auch als Koch cheeky, ist alles gut. Die Küche hat das Praktische an sich, dass man auf ruhige Art seine Aufmerksamkeit halten und dadurch nervösem Kratzen oder Lecken am ehesten vorbeugen kann. Eines können sich seine Rüdenkollegen jedenfalls von ihm abschauen: wie man ganz sanft einen Keks aus der Hand nimmt.

Ansonsten gilt seine Leidenschaft lustigerweise Sauerkraut und Salatgurken … wink

Ruhe ohne Aufmerksamkeit üben wir auch. Wie ich es auch von den hiesigen Ex-Langzeithäftlingen kenne, sind diese Momente oft nicht so leicht, da im Tierheim beim Auftauchen von Menschen Aufregung oder Futter (oder ein Spaziergang) auf dem Programm stand. Carlos braucht noch lang, um zur Ruhe zu kommen. Leichter tut er sich nach wie vor in seinem „Schlafzimmer“. Schrittweise werden wir das Alltagsrevier erweitern, auch die Hundegesellschaft. Und natürlich noch viele Runden in der Natur unterwegs sein.

Carlos ist ein liebenswürdiger, lustiger Kerl, und wenn er mal seinen Stress abgebaut hat, zeigt sich, dass er tatsächlich ein Opi ist, der sich viel zu sehr verausgabt hat und Ruhe zu schätzen weiß. Einem altersgemäßen Leben steht hier jedenfalls, sofern es seine Leishmaniose zulässt, nichts mehr im Weg.

Eintrag vom 09.02.2020
Happy Struggle

Ich würde ja gerne schreiben: „Alles bestens. Carlos hat sich wunderbar eingelebt und fühlt sich pudelwohl.“ Aber so einfach ist es leider nicht und wir stehen am Anfang eines langen Weges, der uns hoffentlich zu einem richtigen Happy End führt. 

Der Plan war, einen Opi aufzunehmen… Geburtsjahr 2008... Was dann in Iffeldorf ausstieg, war ein agiler, absolut getriebener, laut protestierender Hund, der kaum ansprechbar war.

Wir haben nun eine sehr anstrengende Woche mit kleinen Fortschritten hinter uns. Laut Canile-Unterlagen wurde er eingefangen, was den Schluss nahelegt, dass er ein Streuner war. Das passt zu dem Gesamtbild, das er abgibt… Mit dem Leben im Haus ist er restlos überfordert, anfangs rannte er wie verrückt hin und her, kratzte, schüttelte, beknabberte sich, schrie und konnte nicht zur Ruhe kommen. Es war unmöglich, ihn hier ganz normal zu integrieren.

Zum Glück gibt es Rituale. Er hat seinen Ruheraum, und seit er den Ablauf kennt, ist das für ihn ok und unverzichtbar, damit er Reize verarbeiten und sich erholen kann. Natürlich mit dem Ziel, ihn schrittweise in den Alltag zu integrieren. Dann wieder ist er in der Küche dabei, verfolgt ruhige Tätigkeiten, analysiert und schafft es mitunter, sich kurz hinzulegen, obwohl sehr schnell wieder seine Nervositätsattacken überhand nehmen.

Beim Spazieren blüht er auf, der Freiheitsdrang ist groß. Er ist ein selbstständiger Hund, der weiß, was er will … und wohin er nicht will. Und sobald wir auf Asphalt kommen, blickt er sich ständig um, zu Autos (die hier rar sind) hat er keinen guten Bezug. Er musste wohl auf sich selbst schauen. Dennoch ist es sehr schön, zu sehen, wie gern er durch die Natur streift.

Mit den Hunden, mit denen er bis jetzt zusammenlebt, klappt es, er zeigt aber deutlichen Unmut, wenn sein Kollege zudringlich wird, und wirkt dann andererseits verunsichert. Im Canile gab es wohl die eine oder andere Auseinandersetzung. Eine Herausforderung wird sein Malinois-Kollege werden, das gehen wir mal behutsam an.

Wegen seiner Getriebenheit habe ich den Tierarztbesuch vorgezogen. Das Schmerzmittel hat keine Veränderung bewirkt, Blutwerte sind ok, Zähne fand der Tierarzt nicht schlimm, da werde ich eventuell eine weitere Meinung einholen. Beim Vorderlauf vermutlich ein falsch zusammengewachsener Bruch, und er hat Malassezienbefall, lässt die Ohren aber reinigen. Da er beim Tierarzt seinem Namen „Grumpy“ alle Ehre gemacht hat, geschieht das mit Maulkorb… mit Fressschutz wink Da kann man nämlich etwas Schmackhaftes hineinlegen und das Prozedere vornehmen, während er sich verköstigt.

Carlos ist eine echte Herausforderung, und ich hoffe, dass alles gut wird.