Dieser Hund wurde vermittelt von www.pro-canalba.eu

Mein 'jetziger' Name
Flusi

Mein Name im Tierheim
Letha

Rasse
Mischling

Das ist mein Hund und ich möchte gerne einen neuen Happy End Beitrag hinzufügen

Eintrag vom 26.07.2020
Wir sind auf dem Weg....

9 Wochen verändert Flusi nun schon unser Leben und ich habe mich in dieser Zeit viel belesen, sowohl im Internet, wie auch in großartigen Büchern. Ein Buch möchte ich liebevollen Adoptanten, gerade von nicht ganz so fluffigen Fellnasen, ans Herz legen, ‘Calming signals: die Beschwichtigungssignale der Hunde von Turid Ruaas. Dieses Buch hat uns nochmal einen guten Anstoß gegeben. Da diese Signale angeboren sind und nicht erst erlernt werden müssen, kann sie jeder Hund zur sozialen Interaktion und Kommunikation mit anderen Hunden, aber auch mit Menschen nutzen und wir Menschen mit ihnen. Flusi leidet unter einem Deprivationssyndrom (Info dazu im Internet) Sie zeigt ganz typische Verhaltensweisen wie unruhiges hin- und herlaufen, Erstarren mit weit aufgerissenen Augen, “Vierpfotenbremse“, Schreckhaftigkeit, Fluchtverhalten…. Sie weicht nicht zurück, wenn wir uns mal auf einem Engpass, wie Flur, treffen, sondern rast durch, um zu ihrem Platz zu kommen. In so einer Situation, die aus Versehen entstanden ist, hat sie auch schon mal geschnappt. Was durchaus verständlich ist!

In den letzten 5 Wochen hat sich im Rückblick doch einiges getan, kleine, dankbare Schritte vorwärts. Flusi ist noch etwas aufgeregter, wenn es Futter gibt, fiept, bellt, hüpft umher, aber frisst wesentlich ruhiger, geht anschließend weg und rast nicht mehr und kommt auch nochmal wieder, um den Napf noch einmal auszulecken. Ich sitze dabei ein kleines Stück entfernt, da Minchen immer schneller ist und nach Flusis Napf giert, das stört sie nicht mehr. Auch kommt sie manchmal, wenn ich mich hinhocke und Minchen bei mir liegt, um gekrault zu werden. Wenn ich aufhöre, rückt sie etwas dichter und macht mit der Pfote Bitte Bitte …Es ist ja erstaunlich, wie weit man bereit ist sich zu verrenken, wenn eine ängstliche Seele gekrault werden möchte laugh. Auch draußen stand sie schon so neben meinem Stuhl smiley Glück pur! Flusi ist wahrscheinlich ein Mix aus Spione (kommt recht deutlich durch), Maremmano, evtl Bordercollie und Rosetten-Meerschweinchen laugh Der Spione ist u.a. sehr liebebedürftig, daher genießt sie das Kraulen sehr, vor allem auf ihrer Rettungsinsel, da fallen dann auch schon mal die Augen zu. Unsere Terrasse und ein kleines Stück Rasen haben wir hoch eingezäunt, so dass wir nun alle gemeinsam draußen sein können, der Garten hat leider eine Zaun-Schwachstelle. Tagsüber saust sie unruhig über die Terrasse, mal auf den Rasen und dann wieder ins Haus. Bewegung hat sie also genug und ihr Klo weiterhin in Flur und Küche…..Wozu also Gassi gehen? Hihi…. Der Rückzug ins Haus ist sehr wichtig für sie, auch wenn sie nur kurz drinnen ist. Sitzen wir abends gemeinsam draußen, dann schnüffelt sie etwas ruhiger alles zum elfunddrölfzigten Male ab und hat es auch schon geschafft, sich für 30 Sekunden hinzulegen, unsere Mutige!

Gedanklich dreht sich im Moment noch viel um Flusi, das bleibt gar nicht aus bei ihrer Problematik und wir versuchen, den Tagesablauf so gleichbleibend wie möglich zu gestalten, denn das gibt ihr Sicherheit, aber dennoch geht der Alltag natürlich weiter und darin muss sie auch lernen sich zurechtzufinden. 

 

Eintrag vom 21.06.2020
Dankbar für jeden kleinen Schritt...

Ich schreibe weiter an unserem Happy-End für diejenigen, bei denen nicht alles nach kurzer Zeit schon paletti ist…. auch wenn der Anfang uns einiges abverlangt, zu beobachten, zu fühlen, den Alltag umzugestalten…., so ist es auch eine Chance über uns zu lernen und eine tiefe Dankbarkeit zu empfinden, für jeden Schritt, den unsere Fellnasen machen, mutiger werden, sich uns annähern.

Flusi ist immer noch schreckhaft, unsicher und manche Zeit auch unruhig. Freiwillig anfassen lässt sie sich weiterhin nicht. Wenn Minchen und ich im Wohnzimmer auf der Matratze sind, dreht Flusi ihre Runden, fiept, schafft es aber im Moment nicht mehr, sich auf oder neben die Matratze zu legen und ein wenig zu ruhen, wie sie es zwischendurch schon gemacht hat. In ihrer Ecke im Flur hat sie jetzt eine gemütliche “Rettungsinsel“, die ihr scheinbar auch gut gefällt. Von hier beobachtet sie weiterhin neugierig das Geschehen, manchmal sogar für ihre Verhältnisse gelassen, mit elegant übereinandergeschlagenen Beinen. Wenn Futterzeit ist, dann kommt Leben in die kleine Maus, dann läuft sie sogar im Flur umher und kommt etwas dichter. Für ihr Futter traut sie sich auch in die Waschküche, aber nur ganz kurz, bis sie aufgefressen hat, dann wieder schnell auf die Rettungsinsel, aber mit neugierigem Blick in die Runde. Einige Male am Tag besuchen wir sie auf ihrer Insel und kraulen sie, also nicht einfach streicheln, sondern massierend durch das Fell, Brust, Rücken, Flanken, sozusagen “ Zwangskraulung“ Ich bin in den Momenten immer ganz bei ihr, hab positive Bilder von ihrer Vergangenheit vor’m geistigen Auge, eine Hand krault die Brust, die andere den Rest und manchmal sackt sie dabei zusammen und ihre Augen schließen sich leicht. Am Hals und Kopf ist es ihr nicht so angenehm, daher vermeide ich es, nur unter der Schnauze, das Beruhigungskraulen. Flusi kennt mit Sicherheit keine liebevolle Berührung und darum nötigen wir sie, damit sie erleben kann, wie es sich anfühlt und so wie sie sich gibt, ist es bei ihr der richtige Weg.

Wir sind nicht gerade ein unbeschriebenes Blatt, was Hunde aus dem Tierschutz angeht. Flusi und Minchen (sie ist aus Bulgarien und seit Ende April bei uns), sind unsere 8. + 9. Fellnase aus dem In- und Auslands- Tierschutz. Einige waren total entspannt und hatten recht schnell eine gute Bindung und Vertrauen, manche brauchten mehr Zeit, sie waren seelisch und körperlich schwer misshandelt und die Wunden mussten heilen, aber alle ließen sich freiwillig anfassen und mit allen konnten wir von Anfang an spazieren gehen, mit Minchen auch. Mit Flusi ist das jetzt eine neue Erfahrung und eine große Herausforderung an jemanden wie mich (Frauchen), die gerne draußen, in der Natur ist. Ja, es hat mich manchmal traurig gemacht, dass sie sich nicht an mich heran traut, aber ich weiß, dass ich das nicht persönlich nehmen darf, sie war schon als Welpe im Tierheim und hat ihre Sozialisierungsphase dort erlebt und wer weiß was ihr noch alles widerfahren ist. Unseren Alltag haben wir auf Flusi eingestellt, nützt ja nix, aber ansonsten wird sie nicht betüttelt, muss sich auch mit einfügen.

Bis bald, Eure Angelika und eine zaghafte Pfote von Flusi

Eintrag vom 31.05.2020
Unsere Hübsche

Hier nun ein paar Fotos von unserer Zaubermaus. Ihren Beobachtungsposten im Flur, hat sie in der ersten Nacht bezogen, sie ist ja gar nicht neugierig, muss nur alles sehen laughin die Küche traut Flusi sich jetzt auch weiter rein, dreht ihre Runden. Ebenso im Wohnzimmer, aber irgendwann liegt sie dann auf der Matratze, unsere Mutige smiley 

Eintrag vom 30.05.2020
Flusis erste Woche in ihrer Ecke....

Letzter Sonntag war der ersehnte Tag! Wir durften Flusi (vorher Letha), das italienische Überraschungsei, das unser Herz berührt hat,  in Empfang nehmen. Ein Häufchen Elend, vor Angst und Unsicherheit erstarrt, wurde sie zu unserem Auto getragen, angeleint und sofort die Heckklappe geschlossen. An Beine vertreten war nicht zu denken. Die Heimfahrt über kauerte sie oder lag in der Ecke, schaute aber ein zwei Male auf. Zuhause angekommen ließen wir Flusi eine Weile im Auto ruhen, bevor es ans Aussteigen ging. Sie sprang eigenständig raus und wollte sofort unters Auto verschwinden, was sich aber mit zwei Menschen an zwei Leinen etwas schwierig gestaltete, also entschied sie sich alternativ für eine Ecken-Sitzung. Als wir uns dann Richtung Haus bewegen wollten, waren ihre Beine weg, einfach verschwunden. Erst als wir uns der geöffneten Nebeneingangstür näherten, machte sie einen großen Satz über die Stufen in die Türöffnung….Puh…Hund drinnen.

Als ersten Platz im Haus wählte Flusi ein Eckchen in der Waschküche, wechselte aber in der Nacht und bezog ihren Beobachtungsposten im Flur. Wie gut, dass von unserer Langzeitrenovierung noch ein Rollwagen herumsteht. Dieses Eckchen bewohnt sie immer noch, ihr Fluchtpunkt.

Da sie eine Zahnfleischentzündung hatte, musste Flusi es von Anfang an ertragen, dass ich (Frauchen) ihr mehrfach am Tage homöopathische Mittel per Spritze in das Mäulchen gebe, sie hat es geschehen lassen. Ebenso das eincremen von ein paar Verletzungen. Alles ist schon gut geheilt.

Flusi wird von Tag zu Tag ein klein wenig zutraulicher, wobei unser Ersthund, das Minchen aus Bulgarien,  sicher auch eine Hilfe ist. Von Zeit zu Zeit bewegen wir uns  vorsichtig in ihre Ecke, reden mit ihr und kraulen sie dabei, damit sie erfährt, dass Hände lieb sind. Der Rollwagen wurde auch hin und wieder weggezogen. Dadurch fing sie an ein wenig umherzulaufen, wichtig für Kreislauf und Verdauung, zu schnuppern und ihre Umgebung zu erkunden. Unsere Zottelmaus, ja, sie ist echt schmuddelig und gerade am Popo sehr verfilz, ist aufmerksam und sehr neugierig. Sie tütelt die letzten beiden Tage viel im Haus umher, also im Erdgeschoss, nähert sich auf 1-2 Meter, fiept, aber traut sich nicht weiter ran. Außer wenn Minchen und ich auf einer Matratze im Wohnzimmer liegen/ sitzen, da legt Flusi sich mittlerweile dazu smiley  Heute hat sie das erste Mal Trockenfutter aus unserer Hand genommen! Es mag sein, dass wir nicht “psychologisch-pädagogisch“  wertvoll handeln, aber wir beobachten Flusi und entscheiden aus dem Bauch heraus. In Ruhe kommen lassen und hin und wieder ein wenig “nötigen“, damit sie sieht, dass ihr nichts passiert.

Fressen tut sie gut und alles was oben herein kommt, kommt auch hinten gut wieder raus, blöd dabei ist nur, dass sie das Haus noch nicht verlässt. Gassirunden werden wohl noch eine ganze Weile auf sich warten lassen, denn was nützt es einem, wenn der Hund nach dem Anleinen keine Beine mehr hat  wink wir haben es noch nicht wieder versucht und werden es auch erst einmal nicht, zuerst das Vertrauen.

 Der Name Flusi kommt eigentlich daher, weil sie enorm fusselt, wir könnten aus den ganzen Wollratten wohl schon einen kleinen Hund stricken, aber auch ihre Art unruhig umherzulaufen, zu flistern, wirkt flusig  laugh

Bevor wir jetzt erst einmal Tschüß sagen, ein dickes Dankeschön an alle lieben Menschen von Pro Canalba und der Alfa in Italien für Euren Einsatz. Dank Euch sind wir jetzt wieder komplett heart  fühlt Euch lieb umärmelt!

P.S. Weitere Bilder folgen, ließen sich nur quer hochladen indecision