Dieser Hund wurde vermittelt von www.pro-canalba.eu

Mein 'jetziger' Name
Milo

Mein Name im Tierheim
Thilo

Rasse
Mischling

Das ist mein Hund und ich möchte gerne einen neuen Happy End Beitrag hinzufügen

Eintrag vom 20.07.2020
Liebe, Lob und Leckerchen

Milo (Schäferhund-Mischling) ist nun seit knapp 9 Monaten bei uns. Er hat sich zu einem stattlichen Tier entwickelt. Sein Fell ist unglaublich dick und glänzend, mit ganz dichter Unterwolle. Die Unterernährung liegt nicht mehr vor. Die Muskulatur, insbesondere an den Hinterläufen, ist gut. So gut, dass er die steilsten Hänge erklimmt, was kein anderer Hund macht. Oben angekommen geht er gerne auf dem Kamm und schaut auf uns herab. Haben wir es vielleicht mit einem Gebirgshund zu tun? ;-)

Wenn wir mit Milo zum Gassigehen fahren, jault er ganz laut vor Freude. Der Wald ist für ihn wie ein riesiger Abenteuer-Spielplatz. Wir leinen ihn sofort ab und ab geht die Post. Er galoppiert, er springt in die Bäche, kühlt seine Pfoten, trinkt, um im nächsten Moment einem freudig entgegenzulaufen und ganz doll geknuddelt werden will. Er ist glücklich, wenn wir ihn rufen und er zur Belohnung Leckerchen bekommt. Er spielt mit anderen Hunden und ist sehr sozialverträglich. Häufig verschwindet er im Gestrüpp und es kann ein wenig dauern, bis er wieder auftaucht. Wenn man ihn ruft, kommt er aber. Allerdings hat er einen ausgeprägten Jagdtrieb. Daher wird er im unübersichtlichem Gelände angeleint.

In der Wohnung ist er weiterhin ängstlich. 6 Jahre Hundeknast haben ihre Spuren hinterlassen. All das, was Welpen vom ersten Tag an gewohnt sind, kennt er nicht. Während er im Wald so gerne von mir geknuddelt wird, hat er im Haus Angst vor mir. Wenn ich den Raum betrete, flüchtet er zu meinem Mann. Dann bin ich das „Monster“, was immer so viel Krach macht, unheimliche Gegenstände, wie Bügelbrett, Stühle an ihm vorbeiträgt, Fenster öffnet und schließt, Sonnenschirm verrückt, etc. Wir hoffen, dass er sich mit der Zeit an das Leben in einer Wohnung gewöhnt und seine Angst davor abnimmt. Am wohlsten fühlt er sich im Kofferraum und möchte manchmal gar nicht aussteigen. Was wir besonders finden ist, dass er beim Frühstück, Mittagessen, Kaffetrinken und Abendessen freiwillig zu uns kommt und sich unter den Tisch legt, aber nicht, um zu betteln. Wir haben eher das Gefühl, dass er „sein“ Rudel bewachen will. Seit einigen Tagen schlägt er an, wenn jemand an der Haustür ist :-)

Milo hat große Fortschritte gemacht. 

Vorher: unterernährt, keine Muskulatur, traurig, eingekniffene Rute, störrisch, apathisch, lag nur auf seiner Decke, wollte nicht aus dem Kofferraum aussteigen, konnte keine Treppen steigen, hat keine Leckerchen angenommen, wollte nicht berührt werden, hatte keine Beziehung zu uns, 

Jetzt: gut genährt, die hinteren Pfoten kratzen nicht mehr am Boden wegen fehlender Muskulatur, in der Natur abgeleint, ist er ein stolzer und glücklicher Hund, er spaziert jetzt schon mal durch die Wohnung und kommt freiwillig zur Tür zum Gassigehen, Treppen sind für ihn kein Problem, rennt die steilsten Hänge hoch, will im Wald mit mir spielen, möchte ganz doll gestreichelt werden, fühlt sich zu unserem „Rudel“ gehörig, frisst in unserer Gegenwart, nimmt Knochen an, „hilft mit“ beim Geschirr anlegen, lässt sich meistens abrufen.

Also das Ankommen geht nicht in einer Woche, einem Monat. Nicht wir bestimmen das Ankommen, sondern Milo. In vielen kleinen Schritten geht es voran. Vertrauen ist ein zartes Pflänzchen, welches langsam, aber stetig wächst! Wir freuen uns auf den nächsten Wachstumsschub :-)

Eintrag vom 30.11.2019
Vertrauen ist ein zartes Pflänzchen...

Es tut mir leid: Wieder ein Roman: 

Milo genießt zurzeit das Leben eines „Spießers“: Drei- bis viermal täglich Gassigehen, nach dem Gassigehen gibt es Fressi. Sein auserkorenener Platz ist der Teppich im Wohnbereich. So könnte es bis zum Sanktnimmerleinstag weitergehen. Soll und wird es aber nicht:

In den letzten zwei Wochen musste Milo des Öfteren seine Komfortzone verlassen: 

  • An zwei Tagen geht es für wenige Stunden ins Büro. Um dort hinzukommen, müssen einige Stufen erklommen werden. Die letzte Treppe hat sogar Schlitze zwischen den Stufen. Beim ersten Mal mussten wir Milo in César-Milan-Manier die Stufen hochziehen. Beim zweiten Mal hat er uns hochgezogen und uns überholt. Im Büro legt er sich entspannt auf seine Decke. Besucher müssen keine Angst haben, das Büro zu betreten, da er wohl alles und jeden stark beobachtet, sich aber nicht als Wächter aufspielt.
  • Letztes WE wurde Tante Ortrud 80. Bei der Begrüßung ließen wir ihn zunächst im Kofferraum, um ihn nicht mit der temperamentvollen Verwandtschaft zu überfordern. Nach einer kurzen Weile wurde dann Black Beauty aus dem Auto geholt und der Verwandtschaft vorgestellt. Man reagierte höflich, aber auch zurückhaltend, da zwei kleinere Hunde anwesend waren. Zum Schluss waren sich alle einig, wie „lieb“ und „brav“ der sanfte Riese Milo ist.
  • Da der Winter naht, mussten noch die letzten Arbeiten im Garten erledigt werden. Wir entschlossen uns, Milo draußen anzuleinen, damit er nicht bis zum nächsten Gassigang die ganze Zeit auf den WZ-Schrank gucken muss Als wir mit Besen „bewaffnet“ an ihm vorbeigehen wollten, machte er sich ganz klein, zitterte am ganzen Körper und kniff die Rute zwischen den Beinen ein. Man kann sich denken, warum ...Wir berieten uns kurz und verrichteten ungerührt unsere Arbeiten und gingen immer wieder mit dem Besen an ihm vorbei. Nach einer halben Stunde „Therapie“ legte er sich entspannt nieder.
  • Vorstellung bei der Tierärztin: Milo ist stark unterernährt und die Muskulatur fehlt an den Hinterläufen. Die Untersuchung hat ihm zwar nicht gefallen, aber er ließ sie über sich ergehen. Er bekommt Spezialfutter und ein Medikament, dass den Durchfall stoppt. Nur zu Kenntnis: Er hat den Durchfall, dem man auch nicht mit grünem Pansen beikommen konnte, nie in der Wohnung gehabt. Er muss es angehalten haben, da er sich draußen und auch immer nur auf einer Wiese, erleichtert hat.

Das Gassigehen macht zunehmend Spaß. Während Milo am Anfang nicht geschnuppert hat, macht er dies jetzt ausführlich. So ausführlich, dass er dabei völlig entspannt. Er ist dann ganz in seinem Element, wenn er mit den Pfoten durchs Laub raschelt. Letztens, als wir den Wald erkundeten, hat er sich so gefreut, dass er Bocksprünge gemacht hat und mit mir spielen wollte. Da spürte man, welche Kraft in ihm steckt, befindet er sich doch mit sechs Jahren im besten Mannesalter. Vlt. kann man Hundesport einmal ins Auge fassen?! Wir werden sehen. Im Moment ist es noch Zukunftsmusik. Wir sind ja noch beim Ankommen. Das alles macht uns sehr glücklich. Wir haben uns sogar für 30 Sekunden getraut, ihn abzuleinen, um zu testen, ob er auf seinen Namen hört. Das war der Fall!

Aus einem anfangs angsterfüllten, unsicheren und traurigen Wesen, scheint ein lebensbejahender, interessierter, lernwilliger und hoffentlich zufriedener Hund zu werden.

Noch eine kleine Anekdote: 

Unabhängig voneinander, traf ich drei Nachbarn/Bekannte/Freunde, ebenfalls Besitzer eines Hundes. Alle drei versicherten mir, dass ihr Hund eigentlich ein „Therapiehund“ sei, da vollkommen sozialisiert und ausgeglichen, und dass ihr Hund,Milo schon das Hundeeinmaleins beibringen würde. Die Menschen hatten es sicher gut gemeint, jedoch die Begegnung mit dem ersten „Therapiehund“ war nicht sehr überzeugend, da er, als er Milo sah und dieser an ihm schnupperte, mit weit aufgerissenen Augen panisch davonlief. Nun bin ich gespannt, was die beiden anderen „Therapiehunde“ zu bieten haben ;-)

Apropos : Hierzulande und nicht nur in Italien gibt es Vorbehalte gegen Schäferhunde und wenn die dann auch noch schwarz sind...Überzeugungsarbeit musste ich nicht leisten, dafür hatte Milo selbst gesorgt: Ruhig, sanft, Mensch und Tier zugetan...klappt es bis jetzt alles gut.

Fazit Stand heute: Sechs Jahre Hundeknast kann man nicht mit einem Schnipser der Finger ungeschehen machen. Milo zeigt Verhaltensmuster, die auf die Zwingerhaltung zurückzuführen sind und er verfällt schnell wieder in diese Muster, wenn man es nicht täglich mit ihm trainiert: Runter vom Teppich, durch die Tür, Stufen runter und raus...dies nur als Beispiel. Dies stellt für ihn jedes Mal eine große Hürde dar, da er seinen „sicheren“ Platz, die Nische in der Wohnlandschaft, den Teppich, verlassen muss. Letztendlich macht er einen erleichterten Eindruck, wenn er es wieder geschafft hat. Schon beim Geschirranlegen „hilft“ er mit. Wenn er liegt, hebt er seinen Körper an oder hebt die Pfötchen hoch. 

Die Mensch-Hunde-Bindung wird von Tag zu Tag enger, die Voraussetzung für eine gute Partnerschaft ist, die Grundlage, um bestehende und zukünftige Probleme zu meistern. 

Ende der Durchsage :-)

Eintrag vom 09.11.2019
Vertrauen ist ein zartes Pflänzchen...

Liebes Pro-canalba-Team, 

Vorsicht! Nachstehend ein kleiner Roman :-)

 

Vertrauen ist ein zartes Pflänzchen...Milo ist gegenüber uns Menschen ängstlich und sitzt seit seiner Geburt, quasi seit sechs Jahren, hinter Gittern. Dies war die Hundebeschreibung und hat mich tief berührt. Für mich war schnell klar, ihn zu adoptieren, ihn, einen Schäferhund!! Es haben mich Zweifel befallen. Werde ich es schaffen? Oder habe ich meinen Mund zu voll genommen?

Den Begriff, „happy-end“, traue ich mich noch gar nicht zu verwenden. Aber vielleicht befindet sich meine Familie mit unserem neuen Familienmitglied Milo auf dem besten Weg dorthin. 

Milo war am Tag der Übergabe in Kirchlengern verständlicherweise sehr aufgeregt: Die lange Fahrt, viele fremde Menschen, fremde Gerüche und Geräusche, das Anpassen des Sicherheitsgeschirrs....

Auf der Obstwiese hinter der Scheune sind mein Mann und ich mit ihm hin und her gegangen, damit er seine Anspannung verliert. Zunächst war er etwas störrisch und wäre am liebsten fortgelaufen. Nach einiger Zeit jedoch beruhigte er sich. Nach etwa einer Stunde traten wir, nachdem alle Formalitäten erledigt waren, die Rückreise nach Hause an. Mit guten Worten und ein paar Leckerchen, wurde Milo in den Kofferraum gehievt. Auch wir waren etwas aufgeregt, sodass wir etwas umständlich mit ihm umgingen. Es muss ein wenig lustig ausgesehen haben, wie wir uns abgemüht haben, Milo in den Kofferraum zu stecken: Vorderpfoten auf die Ladefläche, dann Schubkarre mit den Hinterläufen, Leine an der Kopfstütze befestigen, automatische Heckklappe schließen, aufpassen das Milo nicht wieder rausspringt bzw. eingeklemmt wird, selber den Kopf im letzten Moment einziehen, um selbst nicht eingeklemmt zu werden... puh geschafft. Das üben wir noch .......:-)

Auf der eineinhalb stündigen Fahrt nach Hause schaute ich mich immer wieder um, wie es Milo im Kofferraum gefällt. Er schaute zunächst interessiert aus dem Fenster und hat es sich dann bequem gemacht. Das Autofahren schien ihm nichts auszumachen. Damit haben wir nicht gerechnet und wir waren positiv überrascht, wie gut es klappt. 

Danach gingen wir kurz mit ihm Gassi, wobei uns auffiel, das er sich nicht löste, was aber normal war. Am nächsten Morgen war allerdings eine große Pfütze auf dem Fußboden, was ich nicht weiter schlimm fand. Ich war froh, dass er sich lösen konnte. Ab dem darauffolgenden Tag stellte die Stubenreinheit kein Problem mehr dar. Wir gewöhnten ihn an feste Zeiten und gaben ihm ausreichend Gelegenheit zum Lösen. 

Zu Hause angekommen wartete die nächste „sportliche Herausforderung“ auf Milo: Die Treppe! 5 Stufen im Treppenhaus zur Wohnung! Er wollte partout nicht hinauf. Und 26 kg die Treppe hinaufziehen ist nicht so einfach. Also Vorderpfoten immer jeweils auf die ersten Stufen und mit den Hinterbeinen wieder Schubkarre. Dies ließ er sich gefallen.In der Wohnung lief er zunächst nervös hin und her. Wir, das sind mein Mann und ich und unsere beiden 17 und 22jährigen Söhne, einigten uns darauf, ihm Raum zu geben: Gar nicht beachten, nicht anfassen, nicht ansprechen oder ansehen. Nach und nach beruhigte er sich und machte es sich auf dem Fußboden bequem. Ließ uns dabei aber nicht aus den Augen. Sobald jemand aufstand oder das Zimmer betrat oder verließ, sprang er auf und schaute uns verängstigt an. Nach einiger Zeit stellten wir ihm Wasser und einen Napf mit grünem Pansen hin, was ihm sichtlich schmeckte und seine Verdauung positiv beeinflusste. Zwischendurch schaute er uns immer wieder an, als traue er dem Braten nicht. Nach weiteren zwei Stunden entschlossen wir uns, Gassi zu gehen. Das Klimpern der Leine erschreckte ihn und dann war da wieder die Treppe! Vorsichtig zogen wir ihn etwas holprig die Treppe hinunter. Draußen stellten wir uns darauf ein, dass entweder Milo uns hinter sich herzieht oder umgekehrt. Beides traf nicht zu. Er ging brav an der Leine, als hätte es ihm jemand schon beigebracht. Wir waren wieder angenehm überrascht. Während des Gassigehens schaute er immer wieder auf unsere Füße, als wolle er sich unserem Schritt anpassen. Faszinierend. Der Hund ging freiwillig bei Fuß!! Wir spürten, dass er von uns geführt werden wollte. Er wollte eng an unserem Körper gehen. Weiter fiel uns in den ersten zwei Tagen auf, dass er gar nicht schnupperte und markierte. Das legte sich aber am dritten Tag. Er schnupperte, hielt inne und machten einen wesentlich entspannteren Eindruck. Die Pfoten konnten wir ihm nach dem Gassigehen sogar vorsichtig abputzen. Am vierten Tag legte er bereits freudig die Ohren zurück und wedelte mit dem Schwänzchens, als ich mit den Leinen auf ihn wartete. Erstaunlich fanden wir auch, dass er schnell begriff, dass er „Milo“ heißt. Das Treppensteigen klappt auch von Tag zu Tag besser. 

Das Rührendste ist aber, dass Milo selber kommt, um sich streicheln zu lassen und das nach vier Tagen! Heute ist er zum ersten Mal aus seiner Ecke zu uns auf den Teppich gekommen und hat sich dort recht wohl gefühlt.

Wenn man ihn ruft, dreht er zwar immer erst eine Runde um den Esszimmertisch, als überlege er, ob er kommen soll. Wir nennen es „die Reise nach Jerusalem“ :-). Dann überwindet er sich und steht mit etwas Abstand und gesenktem Kopf vor einem. Dafür wird er doll gelobt und gestreichelt. Gestern hat er sich zum ersten Mal auf meine Füße gelegt und schlief ganz sanft. Herrlich!

Abschließend kann man sagen: Wir haben von unserem neuen Familienmitglied nichts erwartet im Hinblick darauf,  was er kann oder wie er ist. Wider Erwarten haben wir ganz viel bekommen und sind dankbar dafür! Milo ist zwar von seiner Lebenserfahrung auf dem Stand eines Welpen. Er ist aber lernwillig und lernfähig. Er lernt sehr schnell dazu, wie z. B. das Treppensteigen, das Leine anlegen, Pfötchen abputzen, Auto fahren. Das finden wir einfach sensationell! Niemand hat es ihm beigebracht! Was für ein intelligenter Hund.

Sicher, er ist ängstlich, aber nicht gestört! Was ihm Angst macht, sind Menschen....Man spürt: Er möchte gerne zu uns Vertrauen fassen, traut sich aber noch nicht so recht. Daran müssen und werden wir arbeiten, damit Milo zu einem ausgeglichenem und zufriedenen Hund wird. 

Vertrauen ist ein zartes Pflänzchen...welches aber erstaunlich schnell wächst! Wir sind sehr froh, ihn bei uns zu haben und freuen uns auf viele schöne Jahre mit ihm.