Dieser Hund wurde vermittelt von www.pro-canalba.eu

Mein Name
Kody

Rasse
Rottweiler

Das ist mein Hund und ich möchte gerne einen neuen Happy End Beitrag hinzufügen

Eintrag vom 09.07.2018
Die erste Zeit mit Kody

Heute möchte ich Ihnen einer tubulenten Woche erste Eindrücke schildern.

Was uns unbekannt war, vor allem am ersten Tag mit Kody, war folgendes: kein Mülleimer oder Verpackungen, die nach Essbarem
rochen, war vor ihm sicher. Er fetzte alles gnadenlos auseinander. Ihn daran zu hindern, aussichtslos. Was er einmal hatte,
verteidigte er mit seinen Zähnen. Auch dass man ihn nicht am Hals berühren durfte, um ihm das Halsband umzulegen, erfuhr
ich gleich am ersten Tag.
Am zweiten Tag nach seiner Ankunft begann Kody, Haus, Garten und uns Menschen mit seiner Lebensfreude und
seiner verschmusten Art voll und ganz in Besitz zu nehmen. Er spielte mit uns Ball im Garten und konnte kein Ende finden.
Kody war stets mitten im Geschehen und hält sich inzwischen am liebsten bei meinen jungen Leuten auf.
Und er möchte beschäftigt werden, sei es mit in Pappröllchen versteckten Leckerchen, mit verknoteten Handtüchern oder dem Zergeln
am Tauspielzeug. Das Kody sehr aufgeschlossen und intelligent ist, nutzte ich spielerisch zu kleinen Übungen ohne Druck.
Nach drei Tagen lief er an meiner Seite ohne Leine, wenn ich ein Leckerchen in der Hand mitnahm. Von vier Versuchen (mittels Leckerchen), Sitz zu machen, schafft er es dreimal erfolgreich. Dann hat er meistens keine Lust mehr zum Lernen und schmeisst
sich mit wachsender Begeisterung auf die Wiese, um sich im Gras zu wälzen.
Er läuft tagsüber in Wohnung und Garten hin und her und sucht interessante neue Beschäftigungsmöglichkeiten, wenn mal
keiner von uns Zeit zum Spielen für ihn hat. Und zwischendurch lässt Kody sich dort, wo ersich gerade befindet, mit einem
Bautz zu Boden fallen und schnarcht ein Weilchen vor sich hin. Dieses Verhalten kenneich im Grunde nur von Welpen.

Ich denke nach dieser ersten Woche mit diesem wundervollen Rottweilerjungen, der sich Gott sei Dank trotz schlimmer
Erfahrungen seine Seele nicht zerbrechen liess, dass er aus vollem Herzen nachholt, wozu er bislang keine Chance hatte.
Und er sagt auf seine Art jeden Tag "Danke". Kody geht auf absolut jeden fremden Menschen freundlich zu, ohne sich
jedoch aufzudrängen.
Wird er freundlich angesprochen, wedelt seine Rute und er lässt sich gern streicheln. Auf Artgenossen der agressiven Sorte
reagiert er, indem er sich einfach langsam umdreht undsich von diesen distanziert, ohne Knurren oder Zähnezeigen.
Er macht jeden Tag einen grossen Waldspaziergang, der sich über ca. 6 km erstreckt. Wie weit er gehen möchte,
entscheidet Kody selbst, denn dieser Spaziergang soll ihm Spass machen.
Bei den zwei weiteren kleineren Runden gebe ich die Richtung an, was für ihn okay ist.
Allerdings kommt beim Abendspaziergang bisweilen der typische Rottweilersturkopf zum Vorschein, nämlich wenn mein Sohn mit seiner Lebensgefährtin zuhause ist und Kody viel lieber bei ihnen abhängt, anstatt mit mir ein Stück herumzuspazieren. Dann erlebe ich bisweilen nach 200 m einen Sitzstreik. Kody bleibt einfach stehen. Wenn ich ihn zum Weitergehen auffordere, setzt er sich erst einmal mit der Botschaft im Blick: "Meinst du das ernst?" Wehe, ich lache, weil er so umwerfend unschuldig dabei schaut, dann habe ich verloren. Er steht auf, macht kehrt und testet aus, wer zuerst nachgibt. Mal ist es Kody, mal ich, wir zwei arrangieren uns. Das ist inzwischen ein Spiel geworden. Ich freue mich einfach darüber, dass er seine Persönlichkeit nicht hinter einem gebrochenen Willen verschüttet hat, sondern zeigt, was ihm zu dem Zeitpunkt eher gefallen würde.
Vorsichtig habe ich Kody in diesen Tagen die Angst vor Besen und Wischmop nehmen können. Es dauerte und brauchte Zeit, viele leise liebevolle Worte und Streicheleinheiten und Einfühlungsvermögen. Kody sah in diesen Gegenständen wohl eine akute Bedrohung. Ein Besen segnete zwar das Zeitliche, aber es war  den Erfolg wert. Ich konnte ihm die Angst nehmen, trotzdem bewege ich mich ihm zuliebe mit diesen Sachen sehr bedächtig, weil das Trauma seiner Leidenszeit in der Vergangenheit niemals wirklich verarbeitet werden wird. Was er erlebte, wird wohl in seinem Unterbewusstsein seine Zukunft begleiten und immer wieder in seiner Erinnerung auftauchen. Ich habe das auch bei meinem Rottweiler aus dem ungarischen Tierschutz beobachtet, und es tat mir jedes Mal leid.
Auch Kody trägt ein erschütterndes Trauma mit sich herum. Wenn ich in der Küche beschäftigt bin, legt er sich manchmal unter den Küchentisch, und irgendwann beginnt er verzweifelt auf dem Fussboden zu scharren, mit den Vorderläufen, wobei er auf den Hinterläufen steht. Er ist dann weit fort, nicht erreichbar und scharrt immer schneller und verzweifelter. Ich versuche ihn dann mit leisen, beruhigenden Worten zurückzuholen, was mir auch gelingt. Doch sein Gesicht sieht für Augenblicke aus wie von tiefen Tränenriefen gezeichnet. Wenn ich mit Kody auf einen Waldweg zusteuere, der eng und dämmerig wirkt, bleibt er unweigerlich wie versteinert stehen und ist auch mit Leckerchen nicht zu bewegen, weiterzugehen. Seine Augen sind weit aufgerissen, als sehe er etwas Grauenvolles auf sich zukommen. Ich weiss nicht, was er sieht, aber ich glaube, er sieht einen Teil seiner furchtbaren Vergangenheit wieder. Es wird viel Zeit brauchen, seine Seelenwunden zu heilen, doch es lohnt sich, denn er ist ein grossartiger, liebenswerter und warmherziger Hundejunge und hat verdient, alles zu tun , damit er irgendwann nur glücklich ist, so wie jedes von Menschen gequälte Tier ein Recht auf besondere Rücksichtnahme und liebevolle Hilfe hat.