Dieser Hund wurde vermittelt von www.pro-canalba.eu

Mein Name
Casper

Rasse
Schäferhund Mischling

Geboren ca.
2005

Das ist mein Hund und ich möchte gerne einen neuen Happy End Beitrag hinzufügen

Eintrag vom 22.06.2020
Fast 2 Jahre

… ist es her, seit Casper uns von den Trapo-Engeln in Kirchlengern übergeben wurde und die ersten Schritte in sein neues Leben tat. Im Juli hätten wir diesen Jahrestag liebend gern gebührend gefeiert – natürlich mit allem, was unser Hundeopi gerne hatte. Würstchen unlimited hatten wir ihm versprochen und Toastbrot mit Leberwurst – man hatte ja so seine Vorlieben ;-)

Aber es sollte nicht sein. Am Pfingstwochenende ist er im Beisein seiner Zwei- und Vierbeiner über die Regenbogenbrücke gegangen. Es war vielleicht nicht wirklich überraschend, aber das macht es nicht leichter. In der letzten Zeit mehrten sich die Anzeichen dafür, dass er sich – und damit uns – auf einen Abschied vorbereitete. Bereits an Ostern gab es einen ersten Zwischenfall, der aussah, als würde sich unser kleiner Senior auf den Weg machen und die folgende Nacht nicht überleben. Er lag sehr ruhig auf seiner Decke, alle waren auch da bei ihm und wir hatten uns bereits verabschiedet und ihm eine gute Reise gewünscht. Was auch immer es dann ausgemacht hat (vielleicht war es der ins Ohr geflüsterte Satz „Cassie – wer morgen noch da ist, bekommt die doppelte Ration Fleisch ...“) - irgendwann gingen die Augen jedenfalls plötzlich wieder auf, er schüttelte sich, als müsste er etwas loswerden – und ist in den Hof gewandert, um sich zu erleichtern. Unglaublich. Er hatte sich ganz klar entschieden, uns in dieser Nacht doch noch nicht zu verlassen und ist noch ein paar Wochen geblieben. Es war zwar klar, dass dies von einer sehr begrenzte Dauer sein würde – aber es wurde alles unternommen, ihm die verbleibende Zeit so schön wie irgend möglich zu machen. Zum Ende hin war jedoch unübersehbar, dass der endgültige Abschied näherrückte. Casper wurde schwächer und man sah ihm die schwindende Kraft deutlich an. Tapfer tappte er unermüdlich rein und raus, stand am Hoftor und sah hinaus – aber hin und wieder musste man ihm in dieser Zeit den Weg zurück zeigen, weil seine Gedanken nicht zu ordnen waren. Nur sein Fressen war ihm bis zuletzt absolut heilig. Egal wie wackelig, egal wie mühsam sich die Dinge manchmal anfühlten – die Aussicht auf sein Futter mobilisierte sämtliche Reserven und macht den kleinen Mann froh und glücklich.

Bis zu diesem Wochenende. Am Samstag vor Pfingsten ging plötzlich gar nichts mehr. Es war klar, dass wir unser Versprechen einlösen mussten, dass er in diesem Leben nicht mehr würde leiden müssen und dass es ihm immer gut gehen sollte. Unsere Tierärztin kam zu uns nach Hause, um Casper, der das Autofahren bis zuletzt hasste, jede Art von Stress zu ersparen und als es soweit war, dass er seinen Gang über die Regenbogenbrücke antreten musste, lag er sehr ruhig und entspannt in seinem Hundebett, als wollte er uns zeigen, dass alles in Ordnung war und er in aller Ruhe seine letzte Reise würde antreten wollen.

Als wir ihn 2018 zu uns holten, war es mit dem Gedanken, „und wenn er nur 6 Monate bleibt – jeder Monat, in dem er merken darf, dass ein Hundeleben schön sein kann, ist ein guter...“.

Es wurden 6 + 16 weitere Monate, in denen er das Leben kennenlernen und genießen durfte – eben fast 2 Jahre.

Obwohl sein Leben vorher sicher kein gutes war – er hat uns die Pfote hingehalten und alles gegeben, was eine Hundeseele geben kann. Wir vermissen ihn so sehr.

 

Run free du große Seele

 

 

…. und noch etwas macht uns sehr traurig:

 

Als wir Casper das erste Mal sahen, war da auch Rocky. Ein bildschöner Schäfi-Mischlingsrüde.

Wir hatten keine Zweifel daran, dass dieser tolle Hund bald ein gutes Zuhause finden würde – er war im „besten“ Alter und seine Liebenswürdigkeit sprang aus den Beschreibungen und Bildern auch denen entgegen, die ihn nicht persönlich kannten (wie wir). Casper hingegen damals schon 13 Jahre lang in einem Canile in Sizilien gewartet und nie eine Familie gehabt. Rocky hatte aus unserer Sicht die besseren Chancen auf eine Vermittlung – die es dann doch nie geben sollte.

Erst an seinem 11. Geburtstag im Februar 2020 tauchte er endlich in den Happy-End-Berichten auf. Wir haben uns so riesig für diesen lieben Hund gefreut – und waren fassungslos, als er dieses „Zuhause“ nach kürzester Zeit wieder verlor, weil er sich „zu sehr“ für die Eichhörnchen im Garten interessierte. (Hallo?!?!?)

Er hat die restliche Zeit in einer Pflegefamilie gelebt und ist offenbar an dem Wochenende über die Regenbogenbrücke gegangen, als auch Casper ging. Es tut uns von Herzen leid, dass es für Rocky nicht mit einer Adoption geklappt hat – aber die Pflegefamilie war für ihn sicherlich „seine“ Familie, die er sich so gewünscht hat....

 

Alle Hunde haben ein Leben in einem Zuhause verdient, in dem man sie liebt und respektiert und in dem sie glücklich sein dürfen. Viele stehen unter der Rubrik „Regenbogenbrücke“, die diesen Sprung nicht geschafft haben – viele warten in den Heimen noch darauf, entdeckt zu werden. Und so viele bekommen nie ihr Happy End....

Stellvertretend für sie alle möchten wir auf dieser Seite neben Casper auch eine Erinnerung für den lieben Rocky hinterlassen und hoffen, dass beide zusammen über die Regenbogenbrücke gegangen sind und jetzt auf der großen grünen Wiese um die Wette rennen dürfen.

 

 

 

 

 

Eintrag vom 26.06.2019
Ein Jahr mit Casper

Hallo Ihr Lieben,

nächsten Monat wird sich der Tag jähren, an dem ich Italien den Rücken gekehrt habe und nach Deutschland gekommen bin. In meinem Leben ist sooo viel passiert, dass ich Seiten füllen könnte...

Nachdem ich bei meiner Familie angekommen bin, habe ich anfangs so gar nicht gewusst, was das alles zu bedeuten hatte und worauf ich mich einstellen sollte. Aber man hat mir hier alle Zeit der Welt gelassen und mich zu nichts gedrängt. So konnte ich nach 13 Jahren Canile-Haft langsam feststellen, wie schön das Leben sein kann.

Ich versuche mal, Euch einen Überblick zu geben:

Mein Rudel bestand bei meinem Einzug aus zwei weiteren Fellnasen. Die haben mich neugierig betrachtet, jedoch überhaupt keine Anstalten gemacht, mich des Feldes zu verweisen. Nach der langen Zeit im Canile hatte und habe ich aber nicht mehr das Bedürfnis, mich Vierbeinern mehr als notwendig anzuschließen. Ich ignoriere sie und sie mich. Vielmehr achte ich darauf, immer eine Streicheleinheit zu ergattern, wenn einer meiner Zweibeiner in Sicht ist :-) Auf Menschen fahre ich nämlich total ab. Vor allem, weil Hände hier nur zum Streicheln, Füttern und Liebhaben da sind – Schläge gehören der Vergangenheit an. Sie meinen, ich hätte sicher viel Schlimmes gesehen und erlebt, weil ich mich (besonders zu Beginn) immer spontan geduckt und die Augen zugekniffen habe, wenn eine Hand auf mich zukam. Gleichzeitig habe ich aber trotzdem mutig den Kopf vorgestreckt, weil ich schnell erkannt hatte, dass hier nie ein Schlag kam. Wenn man mich streichelt, brummele ich freudig vor mich hin und koste es aus, wie es nur irgend geht.

Spaziergänge habe ich bis auf weiteres aus dem Programm„streichen lassen“. Viele Male haben sie versucht, mich mit in den Wald zu nehmen, der bei uns gleich um die Ecke ist. Frauchen meinte immer, irgendwann würde bestimmt die Neugierde siegen und die Gewissheit einkehren, dass ein Spaziergang immer mit dem Nachhausekommen endet. Ist aber nicht passiert. Wir haben dann die kleinen Runden auf eine späte Tageszeit verlegt, wenn fast nichts mehr los ist und man niemandem begegnet. Es wurde aber nicht besser. Ich war kreuzunglücklich und bin immer erst dann wieder schneller geworden, wenn es endlich wieder nach Hause ging. Es steht mir nicht der Sinn danach, eine Welt außerhalb unseres Grundstücks zu erobern. Vielmehr genieße ich es, während der jetzt warmen Sommertage von meinem Schlafplatz auf die Terrasse zu können und mich im kleineren Teil unseres Gartens aufzuhalten - den großen mag ich auch nicht... Das reicht mir völlig und sie haben es akzeptiert. Mehr will und brauche ich nicht.

Frauchen meint, es sei einfach schade, weil ich noch so erstaunlich fit sei und eigentlich ohne Probleme schöne Runden mitlaufen könnte. Selbst Lana, eine meiner beiden Mitbewohner, die vor 5 Wochen über die Regenbogenbrücke gegangen ist, wollte immer gern mitlaufen, obwohl sie an manchen Tagen nur noch im Schneckentempo vorwärts kam. Ich will aber nicht. Basta.

Der Besuch bei unserer Tierärztin war für mich sehr anstrengend. Als Frauchen mich zum ersten Check recht „sorglos“ ins Auto heben wollte, habe ich einen totalen Panikanfall bekommen. Ich hatte solche Angst, wieder fahren zu müssen, dass ich komplett aus der Fassung geraten bin. Daraufhin ist sie an diesem Tag ohne mich zur Ärztin gefahren und hat mit ihr besprochen, wie man das Ganze für mich mit möglichst wenig Stress über die Bühne bringen könnte. Vor dem nächsten Termin bekam ich etwas sehr Beruhigendes und habe die Fahrt daraufhin etwas relaxter antreten können. In der Praxis wurde ich dann in Narkose versetzt, mir wurden 5 kranke Zähne gezogen und eine schmerzhafte Ohrenentzündung behandelt. Nach der Behandlung durfte Frauchen mich – ausnahmsweise – gleich schlafend mit nach Hause nehmen und als ich aufgewacht bin, war alles schon überstanden. Die Ärztin meint, mir müsse bis dahin der Schädel wegen der Zahnentzündungen und der Ohrenerkrankung so gebrummt haben, dass es kaum auszuhalten gewesen sein dürfte. Sie meinen, dass ich vielleicht auch deshalb immer meinen Kopf hingestreckt habe – Hilfe suchend. Aber wie auch immer - es ist überstanden. Seitdem tun die Ohren nicht mehr weh und ich kann auch mal einen leckeren Knochen ohne Schmerzen abnagen. Meine Blutwerte waren im Übrigen erstaunlich gut. Die Tierärztin meint, ich sei während der ganzen Zeit im Canile vermutlich in eine Art "Leerlauf" gefallen, hätte auf "genügsam geschaltet" und mich mit dem Wenigen, das ich hatte, arrangiert und über die Runden gehalten.

Seit unsere Lana nicht mehr da ist, bin ich ziemlich mutig geworden. Sie war zwar der ruhigste, friedliebendste und verträglichste Hund, dem ich je begegnet bin – aber sie hatte irgendwie eine Aura um sich, der ich mich lieber gefügt habe.

Jetzt bewege ich mich ziemlich selbstbewusst und habe mir auch den Platz in der Küche ergattert, auf dem sie immer gelegen und über das Geschehen gewacht hat. Manchmal tauchen meine Augen plötzlich am Tischende auf (ich bin so klein, dass ich den Kopf immer hochrecken muss, um was zu sehen) und ich versuche, etwas zu ergattern. Klappt zwar nicht – aber ich trau mich was. 

Auch wenn ich aus dem Garten komme und die Terrassentür mal nicht offen steht, mache ich energisch auf mich aufmerksam. Ich klopfe so lange mit der Pfote an die Türe, bis man mich einlässt. - Langsam lerne ich, mich durchzusetzen.

 

Wie ihr seht, geht es mir sehr gut und ich habe vor, mein Glück hier noch ein paar Jahre zu genießen. Gerade jetzt im Sommer fühlt sich alles perfekt an. Meine neueste Errungenschaft ist eine superdicke Seniorenmatte, die im Schatten auf der Terrasse liegt und auf der ich gerade die meiste Zeit des Tages verbringe. Ziemlich entspannt ausgestreckt – nicht mehr ängstlich zusammengekugelt. Auch mein Senioren-Hundebett im Haus nutze ich nun in voller Länge – die Glieder ausgefahren und wohlig träumend.

Ich wünsche allen einen wunderbaren Sommer und melde mich wieder.

Bis bald, Euer Casper

 

Eine Bitte habe ich zum Abschluss noch: Es sind so viele, viele Leidensgenossen in Italien, die nicht das Glück haben, gut versorgt, geliebt und sicher vermittelt zu sein.

Es kann sicher nicht jeder einen eigenen Hund ins Haus holen. - Aber bitte, bitte helft denen, die noch dort sind. Die Alten, die Jungen, die Kranken, die Ängstlichen, die Gequälten, auch die Gesunden – sie brauchen Menschen, die sich für sie einsetzen und diese Menschen brauchen Eure Unterstützung.

Bitte spendet für die verlassenen Seelen, die ihre eigene Stimme nicht erheben können und helft ihnen. Jeder Beitrag ist ein guter und ein gebrauchter. Nur dann haben die eine Chance, die auf ihr Glück warten und oftmals viel Leid ertragen mussten. Danke! 

 

Eintrag vom 03.08.2018
Casper - Willkommen im Leben

Am 29.07. ist Casper bei uns eingezogen. Es waren die Geschichten wie die von Jette, Aram, Wilma, Nerina, Flip und all den anderen betagten Hundeherzen, die uns die Entscheidung für einen Senioren leicht gemacht haben. Und es war die richtige Entscheidung. Die alten Tiere geben so viel und sind nach all den Enttäuschungen und schlimmen Erfahrungen im Leben trotzdem bereit, uns Menschen eine Chance zu geben, dass man sich vor ihnen verneigen sollte.

Jetzt aber zu Casper:

Dieser liebe Hundeopi gehört mich Sicherheit zu den Geschöpfen, die man als echtes Überraschungspaket bezeichnen kann. In einem Alter ins Canile entsorgt, in dem andere Hunde das Leben entdecken, spielen, laufen und Streiche aushecken, hat er sich über die 13 Jahre Haft hinweg seinen freundlichen und liebenswerten Charakter bewahrt und geduldig darauf gewartet, dass sich auch für ihn irgendwann die Türen hinter dem Canile für immer schließen und die Pforten für ein neues Leben aufstoßen werden.

Dieses Warten hat hier sein Ende gefunden.

Nach seiner Ankunft im neuen Zuhause hat er zunächst eine Runde durch das Erdgeschoss gezogen, alles ausgiebig beschnuppert und ist dann ziemlich schnell Opfer seiner Müdigkeit geworden, die nach der langen Reise riesengroß gewesen sein muss. Seine Suche nach einem geeigneten Schlafplatz war es, die einen ersten herzerweichenden Moment entstehen ließ; erkennbar war der Aufenthalt im Haus nicht das, was er sich zunächst zugestehen wollte und Casper stand Momente lang ratlos auf der Terrasse – Ausschau haltend nach einer geeigneten Schlafstätte. Mit echtem Erstaunen mussten wir zusehen, wie er versuchte, seinen zierlichen Körper auf die Holzablage zu zwängen, die sich bei unseren Grill unterhalb des Aschebehälters befindet. Auch wenn die Erklärung schnell gefunden war, hat uns dieser verzweifelte Versuch einen großen Stich versetzt. Die Ablage hat ihn schlicht an die Holzpritsche erinnert, welche in den vergangenen Jahren sein „Bett“ war.... Ein trauriges Bild.

Wir haben Casper dann „überredet“, seinen neuen Schlafplatz – ein orthopädisches Hundebett – im Haus doch nochmals anzusehen und er hat sich zwar nicht rein- aber immerhin daneben gelegt und irgendwann sind dort die Augen zugefallen.

Sein Platz ist jetzt im Vorflur. Von dort kann er die Haustür im Blick behalten, uns beobachten oder auch mal ins dunklere Gästebad verschwinden, in dem er manchmal ein Nickerchen hält. Ein eher geschützter Bereich, welcher aber immer offen ist und von wo aus er jederzeit zu uns kommen kann, wenn er Gesellschaft möchte oder in den Garten hinaus will.

2,5 Tage lang hat er fast die ganze Zeit in diesem geschützten Bereich verbracht. Sämtliche Futtersorten, die im Haus verfügbar sind, haben wir im in dieser Zeit vorgesetzt – keine hat seinen Geschmack getroffen. Langsam machten wir uns Sorgen, zumal Casper ohnehin schon nicht zu den besonders kräftigen Fellnasen gehört und manchmal auf eher wackeligen Beinen durch die Räume tappt.

Aber dann haben wir verstanden: Es war einfach nicht das Richtige dabei ;-)

Eine schmackhafte Mischung aus Reis, Fleisch, Hüttenkäse und etwas Öl war es, die seine Begeisterung geweckt hat und ihn zum Fressen verführt hat. Beim zweiten Füttern dieses Menüs hat der Anblick ihn sogar dazu verleitet, in kleinen Sprüngen durch den Flur in Richtung seines Napfes zu hechten. Und dann die Freude, als ihm der Inhalt vorgesetzt wurde – einfach schön zu sehen :-)

Übertroffen haben dieses kulinarische Erwachen nur noch die Wiener Würstchen, welche unseren kleinen Senioren sogar dazu verleiten, vor Freude mit den Vorderpfoten kurz vom Boden abzuheben. Mindestens für 15 Minuten nach jeder dieser Delikatessen verfolgt er mich und lässt mich nicht mehr aus den Augen – es könnte ja noch viel mehr davon geben. Die Schnappatmung, die beim Anblick der begehrten Wiener begeistert einsetzt, klingt besorgniserregend.... ;-)

Das Leben im Haus scheint Casper mehr und mehr zu genießen. Auch den Weg in den Garten und zurück bewältigt er mittlerweile alleine und muss nicht mehr gelockt werden. Die Überraschung dabei ist, dass er von Beginn an die kürzere Variante gewählt hat – über Treppenstufen. Der ebene und barrierefreie Weg ist für ihn offenbar verzichtbar. Einzig die Sache mit den Glasscheiben gestaltet sich schwierig. Wenn man im Leben noch nie vor einer Scheibe gestanden hat, kann der Weg durchaus „frei“ wirken und plötzlich mit dem Andotzen an das Glas abrupt beendet werden. Stellt Casper früh genug fest, dass ein durchsichtiges Hindernis im Wege ist, steht er oft staunend davor und sieht sich den „Kollegen“ an, der ihm da entgegenschaut....

Wir hatten damit gerechnet, dass es kleinere und größere Probleme mit den Geräuschen des Haushaltes bzw. des Alltages geben könnte. ABER: Weder der Staubsauger (wurde nur beschnüffelt und durfte weiterfahren) noch die Türklingel oder der Fernseher werden als Gefahr eingestuft und dürfen in unserem Haus weiterhin ungefährdet ihr Dasein fristen :)

Entweder hat der kleine Kerl in seinem bisherigen Leben so viel Böses und Schreckliches erlebt und gesehen, dass ihn solche Dinge einfach nicht mehr erschüttern – oder er hört sie nicht. Vielleicht dringen die Geräusche nicht mehr in ihrer ganzen Lautstärke zu ihm durch, was eine durchaus denkbare Variante ist. So selig, wie unser kleiner Hundemann manchmal in seinem Bett liegt und träumt, kann auch einiges dafürsprechen, dass seine Ohren ihre Dienste in Maßen eingestellt haben. Hier wird sicherlich der demnächst geplante Besuch bei unserer Tierärztin Aufschluss geben.

Wir werden weiter von unserem Hundeopi berichten und geben ihm bis dahin alle Zeit der Welt, die er braucht, um in seinem neuen Leben anzukommen.

Auf dem Weg dahin genießt er jedenfalls schon mal jede Streicheleinheit – dabei klopft er laut und energisch mit dem Schwanz, um seine Freude zum Ausdruck zu bringen – und tastet sich mutig an alles heran, was ihm begegnet. Schön ist, dass er trotz aller Erfahrungen vor Menschen keine Angst hat. Auch Männer, egal ob älter oder jünger – jeder darf ihn streicheln und er weicht vor niemandem zurück.

Mal sehen, welche Überraschungen sich noch auftun – wir werden es berichten.

Vielen Dank an alle von pro canalba, die zu Caspars Rettung beigetragen haben. Ohne euch hätten all diese Hunde keine Chance und würden niemals von der Schattenseite des Lebens ins Licht wechseln.