Dieser Hund wurde vermittelt von www.pro-canalba.eu

Mein Name
Tarallo

Rasse
Volpino Mix

Das ist mein Hund und ich möchte gerne einen neuen Happy End Beitrag hinzufügen

Eintrag vom 06.04.2018
Leider nur ein kurzes Happy End

Lieber Tarallo,

als ich dich kennen lernte, warst du schon eine beeindruckende Persönlichkeit. Du hattest eine lange Heimreise vor dir, die du jedoch nicht schlimm fandest, weil du ja regelmäßig gekrault wurdest. Zu Hause wurden dir von der Dame des Hauses erstmal dein Platz zugewiesen. Das hinderte dich nicht daran, ihr zu verbieten, die Treppe ins Schlafzimmer hochzulaufen, oder ihren Schlafplatz in Beschlag zu nehmen. Die Essenzeiten waren toll. Schnell hattest du begriffen, dass man über die Couch auf den Tisch klettern konnte. Nach wenigen Tagen lagst du abends auf der Couch neben mir, liebtest es, auf dem Schoß gestreichelt zu werden und einzuschlafen. Gassigehen war spannend, auch wenn du es angenehmer fandest, dich auf den Teppich zu lösen. Im Garten fandest du das Einfangen noch sehr gruselig, aber meist liefst du mir eh wie ein Kücken hinterher. Alles fing so toll an und du machtest so große Fortschritte. Dann kam der Tag, an dem es zum ersten Mal an der Tür klingelte. Eigentlich standest du immer oben auf der Treppe und beobachtetest alles, wenn die Tür offen war, doch plötzlich ranntest du los und mir durch die Beine. Du bliebst kurz stehen und ranntest dann los. Schnell wurde klar, dass du so nicht mehr einzufangen warst. Eine Rückkehr war unwahrscheinlich, denn jeder, der dich sah, versuchte dich einzufangen. Also schaltete ich einen Spezialisten ein. Ich meldetet mich bei Facebook an, um dich zu finden, telefonierte täglich 5 Stunden, hängte Plakate auf, richtete Futterstellen ein, besorgte eine Wildkamera. Ich bekam viel Unterstützung (besonders auch von Tasso) und massive Anfeindung, weil einige nicht verstanden, warum ich dich nicht einfach suchen ging. Einmal ranntest du sogar an mir vorbei, doch du warst so sehr Wildtier, dass du mich keines Blickes würdigtest. Leider warst du sehr unvorsichtig. Da du den Menschen, die dich immer jagten, aus dem Weg gehen wolltest, liefst du prinzipiell mitten auf der Fahrbahn und hast im Ort fast täglich für ein kleines Verkehrschaos gesorgt. Dreimal hatten wir dich an einer Futterstelle gebunden, dreimal haben Tierfreunde dich mit Einfangversuchen über zum Teil einer Stunde wieder verscheucht. Letztendlich haben sie dich aus dem Ort getrieben. Karfreitag wurdest du das letzte Mal auf einem Feld gesehen, Dienstag gab es noch einen Hoffnungsschimmer, als mir mitgeteilt wurde, dass im Tierheim ein kleiner alter Hund abgegeben wurde. Doch das warst leider nicht du. Einer inneren Stimme folgend rief ich die Autobahnpolizei an und erfuhr kurze Zeit später, dass du in der Nacht von Freitag auf Samstag über die Autobahn gelaufen und dabei überfahren wurdest — gut 10 Kilometer Luftlinie von deinem Zuhause entfernt. Ein sehr netter Mitarbeiter der Straßenwacht hat seine Arbeitsroute unterbrochen und dich geborgen. Er packte dich ein und brachte dich zu mir. Nach seiner Aussage hast du nicht gelitten, sondern warst sofort tot. Was war dein Fehler? Du warst zu klein, zu niedlich, als dass die Menschen dich in Ruhe lassen konnten. Ich versuche mich zu trösten, dass du eine Woche noch das Gefühl kennen lernen durftest, geliebt zu werden, und in Freiheit gestorben bist. Auch trauern gerade viele Menschen, die an deinem Schicksal großen Anteil genommen haben. Trotzdem zeigt es, wie unfair das Schicksal ist....

Mein kleiner Zwerg, ich hoffe, dass du sanft über die Regenbogenbrücke gegangen bist und dort den Frieden findest, den dir die Menschen hier nie gegeben haben.