Dieser Hund wurde vermittelt von www.pro-canalba.eu

Mein 'jetziger' Name
Bello

Mein Name im Tierheim
Linux

Rasse
Mischling

Geboren ca.
10.2016

Das ist mein Hund und ich möchte gerne einen neuen Happy End Beitrag hinzufügen

Eintrag vom 22.11.2019
Bello macht Fortschritte, wenn auch langsam

...Eine Freundschaft, die immer wieder auf die Probe gestellt wird: Gelerntes wird spaßeshalber einfach "vergessen" oder er verschwindet plötzlich mal eben, wohin er nicht soll. Ansonsten beherrscht Bello die Abläufe zu Hause perfekt und achtet darauf, was wirklich von Bedeutung ist: dass wir morgens nicht verschlafen, dass wir ausreichend an die frische Luft kommen und dass wir seine Mahlzeiten nicht vergessen.

Die wesentliche Aufgabe des Hovawarts ist die Bewachung, also Gefahrenabwehr, durch Bellen, ansatzlos, mit voller Kraft (gefühlte 120dB) und Ausdauer, wenn sich etwas Verdächtiges hinter unserem Zaun bewegt, egal ob Auto, Katze oder Igel. Dass wir bei derartigen Gefährdungslagen nach kurzer Schockstarre und Beinahe-Herzinfarkt ruhig beim Abendessen sitzen bleiben wollen, ist ihm vollkommen unverständlich.

Auch immer wieder ein Erlebnis ist die lautstarke Verteidigung unseres Autos, wenn ein potentieller Angreifer auf 4 Pfoten sichtbar wird. Bello erreicht mit seiner Schnauze in unmittelbarer Nähe unserer Ohren mühelos unsere Schmerzgrenze. Die Erziehung bei andauernder Rüpelphase wird also nicht langweilig, aber Erfolge zeigen sich bisweilen doch. Die Begegnung mit Artgenossen gelingt immer häufiger ohne Bellkonzert und zunehmend unaufgeregt. Auch die Zugkraft in der Leine hat nachgelassen, wenn das Halsband ordnungsgemäß angelegt wird.

Alles scheint vergessen, wenn er selig seinen Knoten aus Tauwerk in kleine Fäden zerlegt (siehe Fotos) und überall gleichmäßig verteilt. Nach Abklingen von Herz- und Ohrenblessuren (s. o.) ist es mit ihm meistens gut auszuhalten. Advent mit Gebäck und Nussknacker brauchten wir gar nicht üben, Kekse und Nüsse aller Art mochte er auf Anhieb.  

Wenn man überlegt, was er in jungen Jahren durchgemacht hat, sind sein Selbstbewusstsein und seine Eigenständigkeit, sein friedfertiger Charakter und seine unbändige Lebensfreude einfach nur bewundernswert.

Eintrag vom 22.09.2019
Ein hartes Stück Arbeit - Eine wunderbare Freundschaft, Forts.


 

Fortsetzung mit noch einigen Bildern

Eintrag vom 22.09.2019
Ein hartes Stück Arbeit - Eine wunderbare Freundschaft

An den Bericht vom November 2018 können wir direkt anschließen: alle zunächst gesammelten Erfahrungen mit dem neuen Familienmitglied lassen sich wie folgt zusammenfassen:

- Reizüberflutung und dadurch Zurückhaltung in den ersten Tagen, 
- danach stetige Zunahme an Selbstbewusstsein eines starken, furchtlosen, friedfertigen Charakters, allerdings unfähig zu jeglicher Kommunikation mit Mensch und Tier.

Trotz der Erfahrung mit seinen fünf Vorgängern waren wir schnell überfordert. Wir fanden Hilfe im Hundeinternat Antonienwald, wo Bello ein Kaspar-Hauser-Syndrom bescheinigt wurde, was unseren Beobachtungen entsprach. Seine Ausbildung musste also ganz von vorn beginnen, was die endlose Zeit von 11 Wochen im Internat in Anspruch nahm.

Die Abholung erfolgte mit einem 2-Tages-Kurs: praktische Hundeführung. Der Erfolg war zweigeteilt: drinnen zeigte die erlernte Kommunikationsfähigkeit schon bald positive Wirkung, draußen war er noch weit von einem problemlosen Begleithund entfernt. Weiterhin war das Zusammentreffen mit Artgenossen für alle Beteiligten eine nerven- und kräftezehrende Angelegenheit, nie aggressiv, aber unendlich aufgeregt.

Auch die Leinenführigkeit klappte nur, wenn am anderen Ende der Leine Professionalität herrschte. Es war frustrierend, Bello ignorierte unsere Anweisungen mit Vehemenz. Mehrere Male haben wir die Expertise von Antonienwald in Anspruch genommen. Der positive Effekt verflachte aber jeweils nach 1-2 Tagen.

Parallel entwickelten wir zuhause und im Garten ein harmonisches Familienleben mit deutlichen Fortschritten. Dafür hatte Antonienwald eine gute Grundlage  gelegt. Befehle wie Sitz und Platz, Hier und Nein wurden zunehmend befolgt. Auch das Allein-bleiben im Haus klappte ohne Beanstandungen, im Auto war es schon schwieriger.

Die Spaziergänge vorbei an Kühen, Schafen und Pferden waren problemlos. Mit Nachbarhunden   in unserem Garten sind tolle Spielkameradschaften entstanden.

Zur Bewältigung der Probleme im Außenbereich (Begegnungen mit Artgenossen, Leinenführigkeit, Verlässlichkeit) haben wir einen örtlichen Trainer hinzugezogen und sind derzeit wohl auf einem guten Weg, müssen aber noch weiter daran arbeiten.

Wir sind inzwischen ziemlich sicher, dass es sich bei Bello um einen reinrassigen Hovawarth handelt. Äusserliche und charakterliche Merkmale stimmen bis ins Detail überein. Leider gilt diese bemerkenswerte Rasse als besonders schwer erziehbar, da sie auf eigene Entscheidungsfähigkeit ausgerichtet ist.

Rein äusserlich ist aus dem Haut-und-Knochen-Klappergestell bei Abholung jetzt ein bildschöner, starker Hund geworden, - letzteres zeigt leider auch die Zugkraft in der Leine, wenn er aufgeregt ist. Wenn es uns noch gelingt, seine charakterlichen Stärken besser mit unseren Erfordernissen in Einklang zu bringen, entsteht  - nach nunmehr fast einem Jahr mit Höhen und Tiefen - auf Dauer eine wunderbare Freundschaft ...

Eintrag vom 14.11.2018
Er muss noch viel lernen

Zunächst ein Schreck: Wie kann ein Hund aus Haut und Knochen so gut drauf sein? Ein Draht zwischen Bello und uns ist sofort da, auf der einen Seite Hunger ohne Ende, auf der anderen eine große Tüte Leckerlis, sein Geschmack getroffen. 

Zuhause an der Nordseeküste angekommen, interessiert ihn alles, könnte ja etwas Fressbares sein. Erstes Klassenziel: Stubenreinheit, nach wenigen Tagen (wohl) erreicht.

Die Vorstellung beim Tierarzt ist problemlos, sein guter Charakter bei passabler Gesundheit wird festgestellt.

Mit Bello hat man sich wohl noch nie beschäftigt: weder Menschen, noch andere Hunde. Letzteren nähert er sich mit großer Unsicherheit und kläfft sie rüpelhaft an, wenn er sich bei uns in Sicherheit wähnt. Also zweites Klassenziel: soziales Verhalten ggü. Artgenossen.

Uns Menschen gegenüber ist er sehr freundlich und aufgeschlossen, sein Interesse für alles zeugt von Intelligenz und Lernbereitschaft, er ist nicht schreckhaft und hat keine Angst, allerdings auch kaum Respekt bei Ermahnungen: der Welpe geblieben, der vor einem Jahr ins Canile kam. Obwohl jetzt ca. 2 Jahre alt, pinkelt er im Sitzen und markiert nicht.

Drittes Klassenziel: An der Leine gehen.  Usw.

Derzeit sammeln wir erstmal neue Eindrücke, von zwei Seiten:

- für uns ist es ein Garten, für ihn ein Paradies zum Erschnüffeln,  hier und da Fressbares wie Äpfel, Hasenködel usw.,

- seine drei ordentlichen Mahlzeiten pro Tag, für ihn etwas für einen hohlen Zahn,

- der Esstisch, der Herd, für ihn eine Flut von leckeren Düften,

- der Knust vom Schwarzbrot, für ihn ein willkommener Snack,

- unser Auto, für ihn ein seltsamer, enger Kasten, gut wofür auch immer,

- unser Besuch, für ihn Überbringer eines Kauknochens.

Es gibt noch viel zu tun, auf zwei Seiten. Wir werden berichten.